Akkordeon Orchester Hürth-Gleuel e.V.

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Artikel Kölnische Rundschau, Dezember 2010

 


Artikel Kölner Stadtanzeiger, 07.12.2010

 


Von Rossini bis zu den Andrew Sisters

Von Frank-Uwe Orbons, 06.12.10, 14:54h

Die musikalische Bandbreite, die das Akkordeonorchester Gleuel beim Jahreskonzert im Bürgerhaus präsentierte, hätte größer nicht sein können.

 
Ob Klassik, Folklore, Filmmusik oder Musical, beim Akkordeonorchester Gleuel unter der Leitung von Pavel Schickmann sitzt jede Note. BILD: ORBONS
 
Bereits zum Einstieg legte das Orchester, zu dem außer den Akkordeons noch ein Kontrabass, Keyboard und Schlagwerk gehört, die Messlatte mit Gioacchino Rossinis filigraner Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla“ enorm hoch. Mit der gewohnten Präzision, die man von Schickmanns Dirigaten gewohnt ist, spielten die Musiker konzentriert die Notenkaskaden und fanden im Anschluss im Vorspiel der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi auch den notwendigen Schmelz, um die Kantilenen effektvoll auszuspielen. Der klassische Block konnte mit der feurigen Tritsch-Tratsch-Polka und einer flinken „Tarantella Arrabiata“ leidenschaftlich abgeschlossen werden.

Akkordeonmusik in Perfektion boten die beiden Stimmführer, Lothar Fischer und Dagmar Severt, die bereits zum dritten Mal beim Jahreskonzert als Duopartner auftraten. Ob Bach, Tango oder Werner Heetfelds Divertimento, in allen drei Stücken paarten sich bei den beiden Musikern Virtuosität und musikalischer Geschmack. Zurecht ernteten die beiden herausragenden Instrumentalisten das Lob des Publikums - daran, dass die Reihen nicht so dicht gefüllt waren wie sonst, war vermutlich das Winterwetter schuld.

Nach der Pause zeigte das zwölfköpfige B-Orchester, dass es bezüglich des Akkordeon-Nachwuchses in Gleuel keine wesentlichen Probleme gibt. Der Auftritt der beiden Nachwuchs-Akkordeonisten Patrick Schmitter und Jannik Boelke trug eindeutig die Handschrift ihres Lehrers Pavel Schickmann. Denn die Verbindung von klarer Strukturierung und rhythmischer Unnachgiebigkeit ist nicht nur dem großen Ensemble, sondern auch der kleinsten Kammermusikforma-tion anzuhören.

Im zweiten Teil des Konzerts schlug das Programm dann einige Kapriolen: von Ennio Morricones Spielfilmmusiken ging es über das Musical „Anatevka“ und Klezmer-Musik, einem unwiderstehlichen Comedian-Harmonists-Medley und dem Klassiker „Bei mir bist du schön“ der Andrew Sisters wieder zurück zur Klassik. Wahrhaft royal endete das Konzert mit Edward Elgars "Pomp and Circumstances"

  

In 80 Jahren ein reges Kommen und Gehen

  

Foto: Prehl

Das Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel unter der Leitung von Pavel Schickmann kam beim Publikum sehr gut an.

Begonnen hat alles im Jahr 1930, acht muntere Sänger aus Königshoven gründeten ein Doppelquartett. Ihre Vorbilder waren die legendären "Comedian Harmonists".
Erst fünf Jahre später folgte das erste öffentliche Konzert in Alt-Königshoven. Die kurze Blütezeit der Chorgemeinschaft fand mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges ein jähes Ende. Nach dem Krieg begann der mühevolle Wiederaufbau und auch das Vereinsleben wurde durch den emsigen Einsatz einiger Mitglieder neu aktiviert.
In diesen 80 Jahren war die Chorarbeit immer einem regen Kommen und Gehen der Vorstände, Chorleiter und Sänger ausgesetzt. Nach einem Generationswechsel lenken jetzt Erik Krommus und Manfred Speuser, die Geschicke des Vereins.
Chorleiter Christian Werres, kümmert sich um die musikalische Leitung, Ehrenchorleiter ist Alfons Amfalder.
Beim Herbstkonzert zum 80-jährigen Bestehen, wurde der MGV Quartettverein nicht nur vom Mandolinen-Orchester und Jürgen Reimann am Klavier, sondern auch vom Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel unter der Leitung von Pavel Schickmann begleitet. Mit dem "Barbier von Sevilla", "Pomp and Circumstance" und der schnellen "Tritsch-Tratsch" Polka, kamen die Hürther beim Publikum sehr gut an und ernteten jede Menge Applaus. Danach setzte der Chor mit einem famosen "Pa-a-a, Papa" im Lied "Die launige Forelle" den nächsten Programmpunkt.
Nach der Pause knipste das Mandolinen-Orchester mit "España", die Zuhörer noch einmal so richtig an.
Als Abschluss des herbstlichen Abends, stimmte die Singgemeinschaft ein Medley von Udo Jürgens an und verabschiedete sich, bis zum nächsten Konzert.
Der Männergesangverein lässt auch bei anderen Veranstaltungen von sich hören. Im Sommer gestalteten sie einen kleinen Part des Weinfestes in Bedburg, sind aber auch gern gesehene Sänger bei Silber-und-Goldhochzeiten. Durch den Kontakt zu Prälat Dr. Heiner Koch vom Erzbistum Köln, erhoben sie ebenso ihre Stimmen zum Mittagsgebet im Kölner Dom, unterstützten ebenfalls den Chor des Silverberg Gymnasiums bei der Abiturfeier 2010.
Noch ein weiteres kleines Jubiläum stand in diesem Jahr an. Bastian Schlößer, lässt seinen Vater im Chor singen und kümmert sich, als nicht aktiver Sänger, lieber um den Internetauftritt des MGV Quartettvereins. Seit zehn Jahren bringt er die Homepage: www.quartettverein-koenigshoven.de auf Vordermann.

 

Artikel Kölner Stadtanzeiger, 30.10.2010

Mozart auf der Quetsch

Von Birgit Lehmann

Sieben Jugendliche gehören zum Akkordeon-Orchester Gleuel. Der Verein, der auch international auftritt, spielt konzertante Musik, das bedeutet, dass keiner mit seinem Akkordeon als Alleinunterhalter fungiert.

 

Durch seinen Großvater lernte Patrick Schmitter das Akkordeon kennen, mit elf Jahren begann er selbst darauf zu spielen. (Bild: Lehmann)

Durch seinen Großvater lernte Patrick Schmitter das Akkordeon kennen, mit elf Jahren begann er selbst darauf zu spielen. (Bild: Lehmann)

Hürth-Gleuel - Patrick Schmitter war elf, als er den schwarzen Kasten zum ersten Mal in die Hand nahm, um zu musizieren. Gehört hatte er den Klang des Instruments schon oft, schließlich hatte er seinen Großvater immer darauf spielen hören. Dass er aber selbst, bereits ein halbes Jahr später, die ersten Lieder spielen würde , hätten er und seine Eltern und wohl am allerwenigsten der Großvater gedacht. „Das muss wohl in den Genen liegen“, sagt Patrick Schmitter und lächelt.

Patrick Schmitter ist ein kräftiger Junge, den 16-Jährigen, der seine Ausbildung zum Maler und Lackierer beginnt, könnte man sich genauso gut im Tor einer Fußballmannschaft vorstellen. Statt ruppig und unter vollem Körpereinsatz einen Ball zu fangen, greifen seine Hände jeden Mittwoch sanft und voller Konzentration in die Tasten seines Akkordeons und entlocken ihm Melodien aus Operetten und Musicals. Dabei ist Schmitten bei weitem nicht der einzige Jugendliche, der in seiner Freizeit lieber musiziert als alles andere. Sieben Jugendliche gehören zum Akkordeon-Orchester Gleuel. Und darauf ist nicht nur die Vorsitzende Karoline Vogler stolz.

Mehr als Unterhaltung

Es war Matthias Sturm, der 1954 Patricks Großvater, Christian Rosenbaum, und andere Akkordeonspieler ansprach, ob sie Lust hätten, einen Verein zu gründen. Und es waren Sturms Musikschüler, die erkannt hatten, dass das Akkordeon zu mehr in der Lage ist als nur zur Unterhaltung bei Festen beizutragen.

Wer bei Karoline Vogler anruft und fragt, ob sie einen Spieler für eine Hochzeit hat, ist an der falschen Adresse. Die Mitglieder des Akkordeon-Orchesters spielen konzertant, das heißt sie haben sich auf klassische Stücke spezialisiert, die für das Akkordeon speziell bearbeitet wurden und die man normalerweise gar nicht mit dem Instrument in Verbindung bringt - etwa Mozarts Violinkonzert in G-Dur. Zum Repertoire gehören aber auch moderne Stücke, Rock und Pop, Songs aus der West-Side-Story und vieles mehr. Außerdem wird das Akkordeon-Orchester von einem Schlagzeug, einem Keyboard und einer Gitarre unterstützt. Gitarre ist seit dreieinhalb Jahren das Zweitinstrument von Patrick Schmitter. Der Mittwochabend gehört jedoch dem Akkordeon. „Quetsch“ nennen er und seine Vereinskollegen das Akkordeon liebevoll, ein Name, der etwas in die Irre führt, wenn man bedenkt, dass ein gutes Instrument durchaus um die 3000 Euro kosten kann - Anfängerinstrumente aber für um die 500 Euro zu haben sind. Im Kindergarten an der Bergmannstraße sitzen die rund 30 Musiker und proben unter der Leitung von Pavel Schickmann, einem Russen, der in Moskau Musik studiert hat. Nicht nur für die Musiker ist der Kindergarten ein Treff, sondern auch für die inaktiven Mitglieder. Unter dem Probenraum ist ein Aufenthaltsraum, der dem Verein zur Verfügung steht, die Akko-Bar. Hier treffen sich die Nicht-Musiker zum Klönen und Planen. Häufig stehen Vereinsfahrten an. Matthias Sturm, nicht nur Vereinsgründer, sondern auch stellvertretender Leiter des Harmonikerbundes, ist immer gut informiert, wenn irgendwo ein Akkordeon-Orchester für ein Konzert gesucht wird. Und so hat er dem Verein schon zahlreiche Auftritte im Ausland verschafft. Paris, Wien, Nizza, Luzern, aber auch Ungarn standen schon als Aufführungsorte auf dem Programm.

Dass das Niveau entsprechend bleibt, dafür sorgen der Dirigent und das häufige Proben. Zweieinhalb Stunden probe er in der Woche, anfangs sei es sogar täglich gewesen, berichtet Patrick Schmitter. Der Spaß am Spielen treibe ihn an und ihn speziell wohl auch ein wenig die Familienehre. „Ich möchte auch meinen Opa glücklich machen.“

 

Vor 56 Jahren wurde das Akkordeon-Orchester Gleuel von dem ehemaligen Dirigenten und Musikschullehrer Matthias Sturm gegründet. Heute hat der Verein 86 Mitglieder, darunter 28 erwachsene Spieler und sieben Jugendliche. Der Verein wurde 1981 mit dem Kulturpreis der Stadt Hürth ausgezeichnet.

 

(Bild: Lehmann)

 

Die Proben finden jeden Mittwoch in der Bergmannstraße 172c statt, ab 16 Uhr proben die Jugendlichen, ab 20 Uhr die Erwachsenen. Der Jahresbeitrag kostet 48 Euro.

Das Jahreskonzert des Vereins findet am Sonntag, 5. Dezember, 17 Uhr, im Bürgerhaus statt. Informationen erteilt die Vorsitzende Karoline Vogler, 02233 / 41430. (lm)

 

 

 

WERBEPOST Bergheim, September 2010

 

Kirchenchor Cäcilia feierte 125-Jähriges

Chor und Gemeinde begingen ein fröhliches Musikfest

 

Foto: privat

 

 

Artikel Kölner Stadtanzeiger, 25.08.2010

 

 

Artikel Hürther Sonntagspost, Mai 2010

 

 

Artikel Hürther Wochenende, April 2010